Grundannahmen
die grundannahmen, die meine haltung prägen, sind folgende:
1) akzeptanz, dass der mensch ein teil der natur ist und nicht getrennt von ihr betrachtet werden kann.
2) welt retten/verändern beginnt in dir. gesellschaftliche systeme werden durch individuen gestaltet und individuen werden durch gesellschaftliche systeme geprägt. das gesellschaftliche system ist vom individuum nur bedingt beeinflussbar, aber wenn viele kleine leute, an vielen kleinen orten, viele kleine schritte tun - bspw. in sich - kann sich die rolle, die menschen zur zeit auf diesem planeten spielen, verändern und somit langfristig auch grundlegende system in dem tatsächliche entscheidungen getroffen werden. you matter in the context of we
3) menschliches erleben wird geprägt aus einem zusammenspiel von psyche (verstand und emotion inkl. unbewusster anteile), körper (instinkt inkl. unbewusster anteile). und der interaktion mit dem aussen (inkl. kollektivem (un)bewusstem) wir streben als menschen eine verbindung dieser elemente an, um uns intuitiv erleben zu können. unbewusster schmerz 🙈 🙉 🙊 steht diesem prozess im weg und sorgt für eine reproduktion schmerzvoller muster.
intuition entsteht wenn diese komponenten tatsächlich in verbindung miteinander gebracht werden (die spontane verbindung zwischen psyche und körper oder vielleicht auch schnittstelle zu einer spirituellen ebene)
> unser körper ist das wichtigste instrument unseres erlebens. unser materiellstes zuhause.
> ein ganzheitliches menschenbild stellt einen achtsamen und wertschätzenden umgang mit körper, psyche und intuition in den vordergrund und achtet auf einen ausgeglicheneren umgang dieser 4 gleichberechtigten bewusstseinszentren (verstand, emotion, instinkt und intuition)
4) das leben kann als tanz zwischen verschiedenen polaritäten verstanden werden, inmitten derer wir orientierung suchen. grundlegend kann beobachtet werden, dass menschen seit anbeginn ihrer zeit versuchen, lösungen für das leiden, was durch das leben entsteht, zu finden und menschen, orte, berufe suchen, in denen sie verbindung erleben. fehlt der zugang zur verbindung, entsteht neues leiden. diese dynamik kann zwar beeinflusst, aber nie nur einseitig erlebt werden, da leiden und freude durch die erfahrung des lebens entstehen und nicht unabhängig voneinander existieren können.
> leiden sollte also im optimalfall nicht langfristig verdrängt, sondern erfahren und eingeordnet werden. das hier ist also kein sprungbrett für glückseligkeitsphantasien innerhalb der lebenserfahrung, die wir machen. mithilfe unserer wahrnehmung kann bewusstsein entstehen für die polaritäten - sicher unzählige - innerhalb derer wir uns erfahren, sodass die phasen des leidens verkürzt werden und auch weniger unbewusstes neues leid durch verdrängung entsteht.
ausgleich und balance in polaritärer wahrnehmung zu finden ist entscheidend. balance entsteht zwischen und in bewegung in alle richtungen, nicht im stillstand. wenn das leben als tanz verstanden wird, in dem wir immer wieder ein gleichgewicht finden können. wenn wir dort stehen blieben, wäre es aber kein ganzheitliches erleben mehr, doch diesen ort zu kennen verändert alles. auch du kennst ihn schon, es ist der punkt an dem qualitäten der mitte erlebt werden bspw. teilen, hingabe, wohlwollen, weisheit, wirkliche selbstliebe und wohlbefinden.
eine der grundlegendsten polaritäten ist die zwischen innen und aussen. damit meine ich hier vor allem die verbindung, die wir als individuuen mit uns empfinden können und die art verbindung, die wir mit dem aussen erleben. gleichgewicht zwischen diesen beiden polen zu finden ist für viele menschen eine lebensaufgabe.
5) bewusste entscheidungen treffen heißt, sich seinem ganzheitlichen erleben gewahr zu werden und dieses erkennen mit in den entscheidungsprozess einfließen zu lassen. in jedem moment meines lebens bin ich ein lebewesen aus verstand, emotion, intuition und instinkt (mindestens :.) wenn ich meine motivation diesen bereichen zuordnen kann, kann ich klarer sehen, wohin ich mich orientiere und ob das meinen wahren bedürfnissen entspricht oder ungleichgewichte entstehen. hier stelle ich eine hypothese auf: menschen wollen sich verbunden fühlen und auch hierbei wird wieder ein ausgleich zwischen verbindung mit sich selbst und verbindung mit dem aussen angestrebt. das ist in der welt, in der wir leben, eine wirklich unmögliche aufgabe, aber wenn wir ja grade dabei sind die welt zu verändern, vielleicht wird es in der zukunft möglich sein..
6) dekonstruktion von gewaltvollen machtstrukturen. dazu habe ich zwar ein empfinden und genauso ist es mir eingefallen, aber ehrlich gesagt noch kein gutes modell parat und bin auf unterstützung und einschätzung des arbeitskreises angewiesen. ich habe weder soziologie, noch philiosophie, geschweige denn politik oder geschichte studiert, könnte mir aber vorstellen, dass aus diesen disziplinen bereits einiges an überlegungen zu dem thema diskutiert wurde.
in bezug auf intrapsychische prozesse - mein spezialgebiet - habe ich erfahren, dass wir meistens dem verstand oder den emotionen eine gewisse macht zusprechen, vor allem bei entscheidungsprozessen, und körpererleben vernachlässigen, was häufig eine reproduktion unnötigen leidens zur folge hat. ein ausgeglichereneres erleben schafft jedoch die grundlage für nachhaltig gute, intuitive entscheidungen und erleben. eine relative abwesenheit des diskriminierenden intellekts scheint sich heilend auf den menschlichen organismus auszuwirken. diese art von ausgleich würde ich mir nicht nur auf der individuellen ebene wünschen, sonderen auch in bezug auf größere systeme.
was könnten alternative verantwortungsstrukturen sein? wie können solidarische gesellschaftliche entscheidungen getroffen werden? wie können wir unser bisheriges system entwickeln, sodass nicht immer weiter unnötiges leiden reproduziert wird?
7) sprache nutzen um klarheit zu schaffen. die sprache ist in erster linie das mittel unseres verstandes um uns verständlich zu machen, aber schaffen wir es auch sie so zu nutzen? wo ist der unterschied zwischen empfinden, fühlen und spüren oder zwischen instinkt und intuition? was ist das ego/ich/selbst? ist empfinden und erleben das gleiche? warum ist eine differenzierung wirklich wichtig und was kann sie verändern? letztlich geht es auch im bereich sprache darum, eine art von bewusstem umgang damit zu finden und wörtern klare bedeutungen zu geben, damit wir uns verständlich machen können um verbindung oder trennung bewusst herstellen zu können. jedenfalls können wir uns bemühen..
unsere sprache ermöglicht es uns verbindung zu schaffen und stellt gleichzeitig auch eine häufige quelle schlimmer missverständnisse dar. es ist eine schwierige aufgabe innere und äußere klarheit zu schaffen, um uns verständlich zu machen. oft sind die impulsiv gefundenen wörter zwar auf den ersten blick naheliegend, aber nicht unbedingt treffend.
sprache ist ein sehr wichtiges thema und ein teil der aufgabe dieses arbeitskreises könnte sein, sich damit genauer zu befassen. ich bin offensichtlich keine expert*in..
8) flexibilität, spontanität und fehlerbereitschaft als voraussetzung ist auch im umgang mit den grundannahmen nötig. es gibt nicht den einen weg, gleichzeitig hilft ein zusammenführen von verschiedenen elementen dabei ein allgemeines grundverständnis zu schaffen.
dies ist also nur ein serviervorschlag.
so weit.